Der Gemeindewald von Niederhausen

 

 

Organisatorisch ist der Gemeindewald von Niederhausen dem Forstamt Bad Sobernheim zugehörig.
Die forstfachliche Betreuung wird durch das Forstrevier Nahe-Glan (ab 1.1.19) und dessen Revierleiter Karl-Heinz Lietze (bis 30.4.19) und danach von Revierleiter Klaus Günter sichergestellt.
Die Flächengröße des Gemeindewaldes beträgt ca. 190 ha. Damit gehört er zu den mittleren kommunalen Betriebsgrößen im Bereich der VG-Rüdesheim.

Prägend für den Gemeindewald Niederhausen sind reife Eichen-Buchen-Mischwälder, stellenweise mit eingemischten reifen Kiefern und Lärchen mit Unter- oder Zwischenschichten überwiegend aus Buche. Die Darstellung der Altersklassen der Hautschicht zeigt einen Schwerpunkt etwas im Alter 100, klassischerweise könnte man mit Blick auf die 6. und 7. Altersklasse in der Buche von einem „Abbaubetrieb“ sprechen, während sich sämtliche Eichen hinsichtlich Dimension und Alter noch in der Reifung befinden. 

Baumarten-Verteilung

Fast unverändert sind etwa 90 % Laubholz und ca. 10 % Nadelholz anzutreffen, wichtigste Baum Arten bleiben Buche und Eiche (nunmehr 42 % und 30 %). Mit dieser Baumartenverteilung ist der Gemeindewald gut an die oligo-mesotrophen, mäßigen-trockenen Standortbedingungen und an mögliche Veränderungen im Zuge des Klimawandels angepasst. 

Die Verteilung der Altersklassen im Gemeindewald Niederhausen ist durch einen sehr hohen Anteil an Bäumen im Alter 60-80 Jahre geprägt; sehr junge (Etablierungsphase) und sehr alte Bäume (Zerfallsphase) sind in einzelnen Exemplaren vorhanden.

 Wasserhaushalt 

Unter den Standortsfaktoren, die das Wachstum der Bäume beeinflusst, ist die Wasserversorgung als besonders wichtig einzustufen. Wie man nachfolgender Grafik entnehmen kann, ist Wasserversorgung im Niederhäuser Wald, als gering bis mäßig zu beurteilen.        

Das gesamte Lemberggebiet liegt im Naturschutzgebiet, im Vogelschutzgebiet, im FFH-Gebiet, Naturpark und ist Klimaschutzwald. Bedeutsam sind außerdem der Bodenschutzwald sowie die Biotope, die von der Landesanstalt für Umwelt und Gewerbeaufsicht (LfuG) kartiert wurden und die europäisch geschützten Lebensraumtypen.

Eine große Bedeutung im Gemeindewald  hat die Erholungs-Funktion für die lokale und überörtliche Bevölkerung. Wichtigste Erholungseinrichtungen sind gut gangbare Wege und gelegentliche Ausblicke, die instand gehalten werden müssen.

Die Vital-Tour „Geheimnisvoller Lemberg“ wurde 2019 eingeweiht.

(www.outdooractive.com/de/route/wanderung/nahe/vitaltour-geheimnisvoller-lemberg)
Diese Tour bietet wunderschöne Ausblicke ins Nordpfälzer Bergland und das Nahetal. Auch längere Waldstrecken bieten jedem etwas. Als Einkehrmöglichkeit im Wald bietet sich der Schmittenstollen an. Hier kann auch die Bergbautradition am Lemberg erlebt werden (www.vg-ruedesheim.de/tourismus/schmittenstollen/ )

weitere Besonderheit ist das „Bethaus“, zwischen  „Schmittenstollen“ und „Waldfriedhof Niederhausen“ gelegen (www.vg-ruedesheim.de › tourismus › bergwerk › baudenkmaeler). Wer den „Waldfriedhof Niederhausen“ besuchen will, fährt über die „Werner Ingebrand- Allee“  (www.vg-ruedesheim.de › bergwerk › rund-ums-bergwerk › die-wer…) bis zur „Förster Wenz-Eiche“ (www.vg-ruedesheim.de › bergwerk › rund-ums-bergwerk › wenzei…).

Hier beginnt auch der „Förster-Weg“. Dieser Waldweg beginnt bei der Förster-Wenz-Eiche und endet an „Ottes-Ruh“(www.vg-ruedesheim.de › bergwerk › rund-ums-bergwerk › ottes-ruh). Etwa auf halber Strecke steht die „Förster-Lietze-Eiche“ am Wegesrand.

In der Waldabteilung 1 wurde der „Waldfriedhof Niederhausen“ in 2019 etabliert. Der Waldfriedhof ist der erste seiner Art im Kreis Bad Kreuznach. Hier können Urnen an Waldbäumen bestattet werden (www.waldfriedhof-niederhausen.de).

Bewirtschaftung des Waldes

Die Bewirtschaftung erfolgt in bewährter Art, das ist naturnaher Waldbau mit Schwerpunkt auf standortangepassten Laubholzbeständen und Umweltvorsorgemaßnahmen.

Der Wald am Lemberg ist insbesondere geprägt durch die Kombination aus einer geringmächtigen Oberbodenschicht, wenigen Nährstoffen im Ausgangsgestein, dem sehr warmen Weinbauklima und nur etwa 600mm/m² Jahresniederschlag. Dadurch werden die Standorte für den Wald typischerweise durch lichte Waldbestände mit niedrigen und langsam wachsenden Eichen und dem Felsenahorn geprägt. Dies wird bei Betrachtung der jährlichen Holznutzung deutlich.

Die geplanten Holznutzungen liegen (inklusive des nicht verwertbaren Restholzes) bei 2,8 Efm je Jahr und ha., mit einem Schwerpunkt in der starken Buche. Demgegenüber liegt der Zuwachs bei 4,1, Efm je Jahr und ha. Somit liegt der laufende Zuwachs deutlich über der geplanten Nutzung, so dass die Nachhaltigkeit der Holznutzungen gesichert bleibt.

Neben der Belieferung der holzverarbeitenden Industrie ist die Brennholzversorgung der örtl. Bevölkerung eine der wichtigsten Funktionen des Waldes. Im Niederwald werden durch den Förster Brennholz-Lose ausgezeichnet und die gefällten Bäume durch die örtl. Brennholz-Selbstwerber aufgearbeitet. Die Brennholz-Selbstwerber dürfen nur liegendes Holz aufarbeiten, wenn sie an einem Motorsägenlehrgang teilgenommen haben (https://www.wald-rlp.de/de/forstamt-bad-sobernheim/angebote/motorsaegenkurs-ms-basis/)

Bestellungen für Brennholz nehmen die örtl. zuständigen Forstrevierleiter https://www.wald-rlp.de/de/forstamt-bad-sobernheim/wir/im-revier/ oder das Forstamt Bad Sobernheim https://www.wald-rlp.de/de/forstamt-bad-sobernheim/angebote/brennholz/ ab Mitte September jeden Jahres entgegen. Im Mitteilungsblatt der VG- Rüdesheim ist ein Formular jährlich ab Mitte September zu finden.

Seit Jahren unterhält das Forstrevier eine Zusammenarbeit mit der – Deula -, dies ist eine agrartechnische Lehreinrichtungen mit Sitz u.a. in Bad Kreuznach. Die Deula bietet u.a. Motorsägenkurse (eintägig) für Brennholz- Selbstwerber an. Im Rahmen dieser Lehrgänge werden immer wieder Waldbestände gesucht, die für diese Ausbildung geeignet sind.

Im Rahmen der Lehrgänge werden die Bäume in den Brennholz-Losen durch die Auszubildenden unter fachlicher Aufsicht gefällt. Die Aufarbeitung erfolgt anschließend durch den Selbstwerber. Durch den Einsatz der Deula kann die Gemeinde Niederhausen zusätzliche Ausgaben einsparen.